Das Geld gehört der Bank. Und nicht mir.

Ich frage mich gerade, ob ich eigenlich nur Sachen beschreibe, die mich hier nerven…. Nein, mir fallen auch andere Sachen ein, die ich geschrieben habe. Aber heute geht’s mit ‘ner Geschichte los, die mich wirklich fast in den Wahnsinn getrieben hat. Denn wenn es um Kundenfreundlichkeit geht, müssen die Banken (oder nur die Standard Bank) noch echt viel lernen.

Die Anstrengungen, die nötig waren, damit ich überhaupt ein Konto bekomme, sollten ja allgemein bekannt sein. Nun nimmt man an, dass es sich damit erledigt hat. Weit gefehlt! Fangen wir beim Online Banking an. An sich war das wesentlich schmerzloser einzurichten, als ich erwartet hatte. Denn es ging online. Was mir als erstes jedoch ein gewisses Gefühl des Unwohlseins verpasst hat, ist die Tatsache, dass man da online seine PIN eintippern darf, und zwar direkt nachdem man seine Kartennummer eingegeben hat. Ob die schonmal was von Keyloggern gehört haben? Als nächstes muss man sich dann eine neue online PIN und ein Passwort ausdenken. Die man dann bei jeder Anmeldung auf der gleichen Seite eintippen muss. Wiederum habe ich mich gefragt, inwiefern die Leute, die mein Passwort ausgelesen haben, es nicht auch schaffen sollten meine PIN von der gleichen Seite auszulesen. Aber egal. Da ich das am Anfang nicht so recht geschnallt hatte, dass das jetzt ‘ne andere PIN ist, hab ich da einfach mal nochmal meine Kartenpin eingetragen. Funktioniert auch ohne Probleme und Warnhinweise. Warnhinweise? Warum denn das? Wie mir mitgeteilt wurde (nachdem ich meine Karte am Automaten durch “falsches” eingeben meiner PIN gesperrt hatte), darf diese online PIN nicht identisch mit der Kartenpin sein, die ansonsten ungültig wird. Super! Als nächstes wollte ich dann Geld überweisen. Und siehe da, dass nächste Problem. Anscheinend rechnet die Bank nicht damit, dass man sich Online Banking einrichtet, um tatsächlich Transkationen durchzuführen, denn das monatliche Limit wird erstmal auf R0 gesetzt. Also: Wiedermal in die Filiale und das Limit erhöhen. Unbegrenzt geht übrigens nicht. Und höher als das monatliche Einkommen auch nicht. Anscheinend sparen leute hier nicht. Jedenfalls schien es sehr unwarhscheinlich, dass ich tatsächlich weniger Geld ausgebe, als ich verdiene. Der Kracher kommt aber erst! Dafür ein neuer Absatz.

Nachdem es ja 2 Monate gedauert hat, bis ich mein erstes Geld hier bekommen habe, musste ich alles von meinem deutschen Konto aus bezahlen. Dieses Konto hatte sich jetzt schon sehr gut in den roten Zahlen eingependelt. Nachdem ich also mein Gehalt bekommen hatte, wollte ich “einfach” ein paar hundert Euro zurück nach Deutschland transferieren. Wie ich aber feststellen musste, ist das hier gar nicht mein Geld, sondern dass der Reservebank. Na guck mal an! Für eine internationale Überweisung wollten die jetzt nochmal meine Arbeitserlaubnis, nochmal meinen Arbeitsvertrag und zusätzlich noch einen Brief von SAP, dass ich da wirklich arbeite. Hier war der Moment, wo ich mich gefragt hab: Warum? Warum ist es wichtig, dass ich tatsächlich arbeite, wenn ich Geld, dass ich bereits besitze von meinem Konto auf mein Konto überweisen möchte? So richtig erklären konnte mir das auch keiner. Das Formular, was man danach ausfüllen darf ist aber echt der Kracher. A4, doppelseitig! Außerdem scheinen die nicht so oft internationale Sachen zu machen. Nachdem ich die BIC eingetragen hatte, wollte die gute Frau, dass ich doch bitte auch Stadt und Land der Bank eintrage. Wer jetzt verwirrt ist, warum ich das komisch finde, für den hier mal eine typische BIC (ING DiBa) INGDDEFF. Schaut man da mal ein bisschen genauer drauf, so erkennt man, dass die sich wie folgt zusammensetzt:

  1. Schlüssel der Bank – INGD
  2. Internationaler Landescode – DE
  3. Internationaler Stadtcode – FF (Frankfurt/ Main)

Gut, vielleicht hab ich ein wenig kluggeschissen, als ich das der Frau erklärt habe (so als nichtbänker) aber wirklich. Muss man denn alles selbst machen? Danach wollte sie dann meine BLZ und Kontonummer. Schauen wir uns dazu mal die IBAN an, die ich ihr vorher aufgeschrieben hatte: DE50500105175400420654. Ob man es glaubt oder nicht. Auch hierdrin verstecken sich schon alle Informationen, die die gute Frau haben wollte. Und auch hier (jetzt ging’s mir einfach um’s Prinzip), hab ich in meiner gut-deutschen Art versucht, die Frau zu erleuchten und ihr einmal kurz die IBAN erklärt. Danach wurde mir mitgeteilt, dass es zu Komplikationen kommen kann, weil die Bank keinen Vertrag mit der ING DiBa hat und das Geld irgendwie anders überweisen muss. Mit einem Lächeln auf den Lippen, habe ich ihr dann gesagt (dazu sollte man wissen, dass mich diese eine Transaktion nun schon 2 Tage und 3 Stunden in der Bank gekostet hatte), dass es mir herrlich egal ist, was sie anstellen, um das Geld auf mein Konto zu bringen, aber dass es besser wäre, wenn ihnen das in 2 Tagen gelinge.

Ok.. wer müde ist vom Lesen, kann jetzt die Augen zumachen. Die Zusammenfassung der schönen Dinge, die hier passieren, gibt’s nach diesem Wochenende!

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